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Porträt Jenny Lind (1820-1887)

Die berühmte "Schwedische Nachtigall" Jenny Lind war in ihrer Jugend eine gefeierte, auf tadellosen Lebenswandel achtende Opernsängerin. Bereits nach fünf Jahren zog sie sich aus dem schlecht beleumundeten Opernbetrieb zugunsten einer Karriere als Konzertsängerin zurück. Auf dem anonymen, oben leicht abgerundeten Stahlstich sitzt sie bezeichnenderweise neben einer Vase mit Lilien und Rosen, den beiden auch gern der Heilgen Caecilia zugeordneten Reinheitssymbolen Marias. Sie ist in der für sie typischen schulterfreien Abendrobe gekleidet. Am kurzen Ärmel und dem breiten, das Dekolléte begrenzenden Stoffstreifen fallen spitzenähnliche, florales Blattwerk imitierende Applikationen auf. Eine doppelt genähte Stola verdeckt nur den linken, vermutlich auf einem Tisch abgestützten Arm, während sie auf der anderen Seite dekorativ nach unten gerutscht ist. Das Handgelenk des auf dem Schoß ruhenden rechten Arms schmücken drei kostbare Armreifen. Des weiteren trägt die Sängerin Blumen im Haar und sind mittig auf der Brust übereinander eine Brosche und eine Rose angesteckt.
Im Dezember 1857 wirkte die seit einem Jahr in London wohnende Jenny Goldschmidt-Lind auf eigenen Wunsch bei einer "Messias"-Aufführung in der Marktkirche zu Halle mit. Der Ertrag des erfolgreichen Konzerts war ein Beitrag zur Finanzierung des Händel-Denkmals, das schließlich 1859, hundert Jahre nach dem Tod des Komponisten, auf dem halleschen Marktplatz errichtet wurde. Der Bildhauer Hermann Heidel verewigte darauf die Lind in Gestalt der Orgel spielenden Heiligen Caecila. Dieses Relief bildet eine Fläche des dreiseitigen Sockels vom Notenpult, auf das sich Händel mit der Hand seines rechten Armes stützt.
Der Stich ist unsigniert. Unter dem Bild steht in der Art eines schwungvoll unterstrichenen originalen Schriftzugs: Jenny Lind.

Beschriftung: Jenny Lind. (Stiftung Händel-Haus Halle)