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Wandleuchter

Porzellanzimmer aus dem Palais des Grafen Dubsky in Brünn Wandleuchter; Wandarm befestigt auf Hängeplatte in Form einer Kartusche, leicht erhabenes Mittelmedaillon mit buntem Dekor, jeder mit unterschiedlichen Motiven/Szenen rechte Wand / zwischen den Bildern (von re nach li 109 bis 116) „Zwei Personen im Garten vor einem Haus“ Wandleuchter, die vollständig aus Keramik geschaffen und nicht lediglich aus Tellern mit metallenen Fassungen und Leuchterarmen zusammengesetzt wurden, wurden erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts von den meisten Porzellan- und Fayencenmanufakturen angeboten. Zuvor waren sie eine Seltenheit, wie diejenigen, die Pieter Adriansz Kocks in Delft passend zum Service des schwarzen Adlerordens für den preußischen König Friedrich I. 1701 schuf (Wittwer 2001 b). Wohl von Johann Friedrich Eberlein stammen die um 1742 zum Schwanenservice für den Grafen Brühl in Meißen gestalteten Wandleuchter (Pietsch 2000, S. 39 f.). Zeitlich dazwischen liegen mehrere Modelle der Manufaktur Du Paquier (siehe auch MAK, Ke 2545; Rijksmuseum Amsterdam, Inv.-Nr. R.B.K. 1969-117 a, b; Sammlung Melinda und Paul Sullivan, West Hartford, Inv.-Nr. Du-P 58). Die vier (Anm.: eigentlich sind es fünf!) Leuchter von 1725 aus dem Dubsky-Zimmer folgen in ihrer Form mit dem geschweiften Umriss, dem konvexen, ovalen Reflektor, der bekrönenden Muschel und dem rechtwinklig eingesetzten Arm zeitgenössischen Vorbildern aus (Edel)metall. (SW, Melinda and Paul Sullivan Foundation for Decorative Arts) ************************************************************* Das Modell aus dem Porzellanzimmer („Dubsky Kabinett“) Hängeplatten in der Form einer Kartusche; profiliert abgesetzter Rand und ovales, schwach erhabenes Mittelmedaillon. In Relief: oben eine Muschel, seitlich in der Mitte je eine Blüte, unten Blattwerk; eingelassener, s-förmiger, in Voluten endender Leuchterarm, gerippte Tropfschale mit welligem Rand und Tülle; bemalt in den Farben Eisenrot, Schwarzlot, Grün, Blau, Gelb, Violett und Gold. Im Medaillon eine (jeweils anders gestaltete) „Chinoiserie“, auf den Seitenflächen je zwei „japanische“ Blütenzweige, die Reliefblüten staffiert, am Arm „japanische“ Streublumen, außen auf der Tropfschale und Tülle zarte Palmettenborte, auf letztgenannter zusätzlich Linien und Zickzacklinien, in den Vertiefungen der Muschel aneinandergereihte, stilisierte Blütenkelche, die Rippen nachgezogen, auf den Profilen der Kartuschen Linien. 1904 Vier Exemplare und andere Porzellane des Kabinetts in Wien ausgestellt; 1905 Das Porzellanzimmer erstmals publiziert; 1912 Ankauf des Zimmers durch das Museum am Stubenring um „mehr als eine Viertelmillion Kronen“; 1913 Ausführliche Publikation über das Zimmer und seine Porzellane; 1956 Publikation über die Einrichtung des Kabinetts; 1970 Ein Exemplar in Wein ausgestellt; Zur Ausstattung des „Dubsky-Porzellanzimmers“ gehören zwölf Wandleuchter. Vermutlich waren sie, genauso wie das übrige Porzellan dieses Porzellankabinetts, eine Auftragsarbeit. Das spricht, dass es, abgesehen von einem Gefäß für Blumenzwiebel (Hyazinthenvase – Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, Inv.Nr. 1980.249) keine weiteren Porzellane gibt, die mit jenen des Kabinetts direkt vergleichbar sind. Die Vase, welche die Mährischen Galerie in Brünn besitzt …, kann nicht gezählt werden, da sie aus dem Porzellanzimmer stammt. Das Mittelmedaillon jedes einzelnen der zwölf Wandleuchter ziert eine andere der bunt gemalten Chinoiserien, die für Wien besonders kennzeichnend sind. Hayward führt sie auf Vorlagen von Stalker zurück. Für Mrazek sind sie „in ihrer Art der originellste Beitrag der Wiener Manufaktur zu dem von der Barockzeit so sehr geliebten Thema der Chinoiserie.“ (Sturm-Bednarczyk, Elisabeth (Hg.), Wien 1994: „Claudius Innocentius du Paquier - Wiener Porzellan der Frühzeit 1718 - 1744“, S. 151)