Der Sacharow-Preis, das Europäische Parlament und die Menschenrechte weltweit

Seit vielen Jahren macht sich das Europäische Parlament für Menschenrechte und Demokratie stark. Seine Mitglieder prangern Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt an – Grenzen oder Regime halten sie nicht davon ab. Das Parlament tut aber nicht nur seine Meinung kund: Inspiriert von Andrej Sacharows unermüdlichem Einsatz für die Gedankenfreiheit setzte es sein Menschenrechtsengagement in die Tat um – seit 1988 verleiht es jährlich den Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Soweit das möglich ist, überreicht der Parlamentspräsident den Sacharow-Preis den damit Ausgezeichneten bei einer Plenartagung in Straßburg. Der Preis soll als Sinnbild des außerordentlichen Wirkens von Andrej Sacharow seine Botschaft an künftige Generationen weitergeben.

Der Sacharow-Preis ist die höchste Auszeichnung, die die Europäische Union für Menschenrechtsengagement vergibt. Er hat nicht nur symbolischen Wert: Zum einen ist er mit 50 000 Euro dotiert. Zum anderen schlägt die Preisverleihung hohe Wellen in den Medien. Das macht es möglich, Länder, die die Menschenrechte und die demokratischen Grundsätze verletzen, offen anzuprangern. In vielen Fällen bewirkt der Sacharow-Preis aber noch mehr: Er schützt die Preisträger vor Vergeltungsmaßnahmen ihrer Staaten. Außerdem ermöglichen es der Preis und die Gemeinschaft der Sacharow-Preisträger dem Europäischen Parlament, die Preisträger bei ihrer Arbeit zu unterstützen und sie zu stärken. Als Instrument der parlamentarischen Diplomatie belegt der Sacharow-Preis seit vielen Jahren eindrucksvoll das Engagement des Parlaments gegen Diktaturen und für die Menschenrechte auf der ganzen Welt.