Title

Otto Ernst Ludwig Praetorius - Tödliche Gasbrand-Infektion nach Knieverwundung

Otto Ernst Ludwig Praetorius - deadly gas infection after knee injury

Description

    • 1.) Brief des Vaters vom 30. September 1914.- 2.) H. Coenen: Die Bösartigkeit des Gasbrands in manchen Kanpfgebieten. Berl. Klin. Wochenschrift 1917.- 3.) W. Körte: Chirurgie. In: Generalarzt Dr. Carl Altgelt: Feldsanitätswesen. 3. Wissenschaftlicher Teil.
    • 1) 20. September 1914: Während der Schlacht an der Aisne wurde Leutnant Otto Praetorius am linken Knie schwer verwundet. Er wurde - wie der Vater Dr. med. Otto Praetorius berichtet - „rechtzeitig und ordentlich verbunden“ und kam zunächst in ein Feldlazarett. Zwei Tage später musste er in das große Kriegslazarett nach Laon verlegt werden, wo ihn sein Vater schon in sehr schlechtem Allgemeinzustand vorfand. Er schreibt: „Am 23. wurde der Oberschenkel abgesetzt und er schien sich zu erholen.“ Doch der Zustand verschlechterte sich rasch wieder. Der Vater - selbst Kriegslazarettdirektor im 40 km nordwestlich gelegenen Chauny - besuchte ihn an den folgenden Tagen noch viermal in Laon. Seinem erschütternden Bericht kann man entnehmen, dass es sich nur noch um eine Sterbebegleitung bis zum Tod am 30.9.1914 gehandelt hat. -- 2) Der erfahrene Kriegschirurg Prof. H. Coenen schreibt 1917: "Das Allgemeinbefinden ist bei der Gasphlegmone stets in charakteristischer Weise gestört. Unter klarem Bewusstsein erlahmt mit voreiligem, verschwindendem Pulse die Herztätigkeit ...". Otto Praetorius konnte noch unmittelbar vor dem Tod den Wunsch nach Bestattung in Prenzlau äußern. - Eine eindrucksvolle Darstellung der Krankheit 'Gasbrand' ist in "Europeana 1914-1918" (suche "Coenen") oder unter http://search.ugent.be/meercat/x/view/rug01/001658670l [Universität Gent] nachzulesen. -- 3) Die Entwicklung der chirurgischen Behandlung 1914-1915 (nach Prof. W. Körte, Berlin): "War man vor dem Kriege der Ansicht gewesen, besonders auf v. Bergmanns Autorität gestützt, die Wunden der kleinkalibrigen Handwaffen für im wesentlichen 'aseptische', d. h. nicht von vornherein mit Infektionskeimen verseuchte anzusehen, so mußten die Chirurgen diese Meinung bald sehr einschränken. ... Eine neue höchst gefährliche Wundkrankheit trat in der Gasphlegmone (Gasödem, Gasbrand) auf, die weder bei Friedensverletzungen - äußerst seltene Fälle ausgenommen - noch in früheren Kriegen je in dieser Ausdehnung beobachtet worden war." Erst nach der Kriegschirurgentagung 1915 zu Brüssel gingen die meisten Chirurgen "zu einem aktiveren Vorgehen über: Spaltung der Wunden,..."

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  • Date:

    • 1914-09-30
    • 1914-09-20
  • Temporal:

    • 2014-03-06 14:18:00 UTC
  • Place/Time:

    • Western Front

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  • Identifier:

    • 14088
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  • First published in Europeana:

    • 2014-04-03
  • Last updated in Europeana:

    • 2016-07-27

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    • http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/

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  • Location:

    • Laon (Picardie)
    • #49.5641624,3.6200467999999546
  • Place/Time:

    • Western Front
Longitude: "3.6200469"
Latitude: "49.564163"

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