Title

Raphael Venth und seine Geschwister aus Aachen zwischen zwei Weltkriegen

Raphael Venth and his siblings from Aachen between two world wars

Description

    • Familienchronik der Familie Venth: 1. Gesuch zur Bewilligung von Waisengeld und die Totenzettel von Gustav, Ferdinand und Wilhelm Venth, 2. Totenzettel und Fotos von Albert und Theodor Venth, 3. Bleistiftzeichnungen von Raphael Venth, 4. Karte mit Frontverlauf, Zeichnungen und Grabmarkierung. Auf dieser Karte wurden sowohl die Orte markiert, von denen Raphael Venth eine Zeichnung angefertigt hat (gelb) als auch der Frontverlauf im März 1917 (orange) und vom 21. März 1918 (rot) sowie der Todesort von Albert Venth und seiner Grabstätte (lila), 5. Urkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse für Raphael Venth, 6. Fotografien von Jakob Wipperfürth u.a. vor der Bahnhofswache in Odendorf. Raphael Venth ist der Vater von Herrn Venth, welcher mit Elisabeth Venth verheiratet ist, die diese Dokumente zur Verfügung gestellt hat.
    • Der Architekturstudent Raphael Venth und seine acht Geschwister lebten ohne Vater in Aachen. Als am 04. Januar 1905 auch die Mutter starb, musste der 24-järhige Raphael alleine die Verantwortung für seine Geschwister übernehmen. Als das schlimmste überstanden schien, verstarb 1913 seine Schwester Lucie. Doch für die Bewältigung der Trauer blieb nicht viel Zeit. So wurden er und fünf seiner Brüder nach Kriegsausbruch sofort an die Front geschickt. Zurück blieben seine Brüder Gustav und Albert. Als 1916 das Waisengeld für Albert auszulaufen drohte, schrieb Gustav folgenden Gesuch an den Bürgermeister der Stadt Aachen: „Mein Bruder Albert wird am 2.Mai d.J. 18 Jahre alt. Mit diesem Tag erlischt der Anspruch auf das Waisengeld, welches bisher in Höhe von 230 Mark jährlich gezahlt wurde. Infolge der Einberufung sechs meiner Brüder habe ich schon seit einem Jahre allein die Kosten für meinen Bruder Albert zu tragen. Letzterer besucht mit gutem Erfolg das hiesige Realgymnasium und ist daher noch nicht in der Lage für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Vermögen ist nicht vorhanden. In Anbetracht dieser Umstände bitte ich das Waisengeld meines Bruders für die Dauer des Krieges geneigtest weiter bewilligen zu wollen. Gustav Venth“. Das Gesuch wurde im Mai 1916 zurückgezogen. Albert meldete sich kurz darauf freiwillig zur Armee. Er fiel am 04. September 1918 in Essigny-le-Grand in Frankreich. Er liegt dort auf dem Soldatenfriedhof St. Quentin, Block 1, Grab 110 begraben. Besonders tragisch ist es, dass auch der einzige Sohn von Gustav – ebenfalls Albert genannt – am 24. Mai 1940 in Frankreich fiel (Noyers-Pont-Maugis: Block 2, Grab 173 bei Sedan). Theodor, ein weiterer Bruder von Raphael, verstarb 1921 an den Folgen seiner 2 ½ Jahre währenden Kriegsgefangenschaft in Russland. Er liegt auf dem Ehrenfriedhof (Flur 25) begraben. Raphael selbst kam als Soldat in die Champagne und wurde vom Generalkommando in Crépy bei der Postüberwachung und als Kartenzeichner eingesetzt. Sein Bruder Johann wurde im Trommelfeuer verschüttet, verlor dabei den Verstand und wurde 1941 in einer Anstalt während der "Aktion-T4" von den Nationalsozialisten umgebracht. Nach dem Kriegsende 1918 konnte Raphael sein Studium an der Universität in Aachen wieder aufnehmen und beendete es 1920 mit dem Diplomexamen. Danach war er zuerst beim Hochbauamt der Stadt Aachen angestellt, welches aber wegen Besatzungskosten, Inflation und Reparaturkosten bald nicht mehr in der Lage war Gehälter auszuzahlen. Es folgte eine Anstellung als Geschäftsführer und Prokuristen bei der Baustofffirma Achterfeldt & Lehmeyer.

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    • 2014-03-05 13:33:19 UTC
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    • 2014-07-25
  • Last updated in Europeana:

    • 2016-07-27

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    • Crépy
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